Murtal Panorama | © HQ Superphoto | TV Murtal | Nur im Zusammenhang mit dem Tourismusverband Murtal/ der Erlebnisregion Murtal verwenden. Murtal Panorama | © HQ Superphoto | TV Murtal | Nur im Zusammenhang mit dem Tourismusverband Murtal/ der Erlebnisregion Murtal verwenden.

Mia san de Murtaler! "Heimatleuchten" am Fr., 30.06. ab 20:15 Uhr

Mia san de Murtaler!

Nicht überall, wo die Mur vorbeifließt, ist auch das Murtal! So sagen zumindest die Murtaler. Das Murtal ist bekannt durch den Red Bull Ring, die Formel 1 oder die Airpower. Doch wenn der Trubel der Großveranstaltungen verstummt, lassen sich hier bewegende Geschichten von mutigen Menschen und ihren Leidenschaften entdecken. Von der jungen Bäuerin zum Beispiel, der täglich 20.000 Menschen online bei der Arbeit zuschauen oder über eine Hüttenwirtin und ihren Kochkäse, der es zu internationalem Ruhm gebracht hat. Von der Liebe zu altem Eisen in Form von VW-Käfern und Waffenrädern, von Traditionen, die selbst im Murtal kaum einer kennt, bis hin zum Einfluss von rotem Nagellack auf die Messergriffe eines Gaaler Wirtes. Diese "Heimatleuchten"-Folge gibt ein Blick hinter die Kulissen einer Region, die zwar durch ihre Veranstaltungen weltweit bekannt ist, die jedoch trotzdem kaum einer wirklich kennt.

Der gläserne Bauernhof

Martina Hopf ist 30 Jahre alt und hat sich, wie sie sagt, am Aukönighof ihr Traumhaus gebaut. Nein, eigentlich nicht für sich, sondern für ihre Kühe! Denn Martina ist Bäuerin. Und das ist sie mit solch einer Leidenschaft, dass ihr im Internet täglich über 20.000 Menschen bei der Arbeit zuschauen. Doch so sehr sie damit ihre Anhänger auch begeistern kann, Martina bekommt auch Anfeindungen von Tierschützern. Deshalb ist der Ansporn für die junge Aukönighof-Bäuerin den Menschen zu zeigen, wie Landwirtschaft wirklich funktionieren kann und wie sie sich sehr wohl mit Tierwohl vereinen lässt.

Das Murtal und die Motoren 

Anscheinend gehört das ganz einfach zusammen! Denn fast jeder hier hat seine eigene, ganz besondere Verbindung mit motorisierten Fahrzeugen. In der Gaal versteckt sich, äußerlich recht unscheinbar, das kuriose VW-Käfermuseum von Arnold Kravanja. Mit seinen selbst restaurierten Knutschkugeln macht er damit nicht nur das Murtal unsicher. Und im allerhinterletzten Raum seines Käferkabinetts verschwimmt Oldtimer-Flair gar mit moderner Formel 1-Technik. Hier trainieren junge Fahrer am professionellen Rennsimulator für ihre Karriere als Profi. Und träumen dabei von der einen oder anderen echten Runde am nahen Ring. Arnold Kravanja restauriert seine Käfer nicht nur selbst - was nicht mehr in den Käfer passt, bekommt bei ihm ein neues Leben.

Der Steirerkäse 

Aber der aus dem Murtal! Dieser Jausenkäse gilt als echte regionale Spezialität und fehlt auf keiner gscheiten Brettljause im Murtal. Seit über 300 Jahren! Der Murtaler Steirerkäse ist schnittfest und darf nie und nimmer mit dem Ennstaler Steirerkäse verwechselt werden, mit diesem "Bröselkäse“! Da sind sie wirklich heikel, die Murtaler. Auf gar keinen Fall wollen sie sich da mit den anderen Steirern in einen Topf werfen lassen!

 

Pestkerzen-Umzug

Die Murtaler lieben ihre Traditionen. Doch nicht jedes Fest ist hier für Touristenströme gedacht. So wird auch der Pestkerzenumzug nicht etwa mit großen Plakaten am Straßenrand beworben. Und so passierts, dass diese Tradition selbst im Murtal kaum einer kennt. Die Kirchenbauern tragen jedes Jahr ihre bunt geschmückte Pestkerze in einem Umzug über das Feld hinter der Kirche in St. Benedikten. Im Gedenken daran, dass das die Gegend von der Pest weitgehend verschont geblieben ist.

 

Zirbenland

Mehr als 24 Stunden müsste der Tag für Mario Kneißl haben. Fast jeden Tag steht er um 04.00 Uhr auf und läuft auf den Zirbitzkogel – seinen Hausberg – 1500 Höhenmeter bis zum Gipfel, um den Sonnenaufgang zu sehen. In seinem Rucksack ist nicht viel, aber meistens ein Kugelschreiber oder ein Rasierer. Den setzt er am Gipfel in Szene und fotografiert ihn. Denn die Produkte sind handgemacht - von ihm selbst. Wenn er wieder zurück ist von seinem Berglauf, dann drechselt er. Alles Mögliche. Von Rasierern bis zu Dartpfeilen. Seiner Kreativität setzt er keine Grenzen. Das Drechseln hat er sich selbst beigebracht. Mit seinem Hobby verdient er gutes Geld, manche Firmen schicken ihm sogar Großaufträge, die nimmt er aber nicht an.

Abschied aus dem Paradies 

Die Murtaler essen nicht nur gern, sie kochen auch mit Leidenschaft. Wahl-Steirer Christian Schuster hat zwei Hauben auf der ganzen Welt erkocht, wurde mit einem Stern dekoriert und hat als Koch des Jahres auch in Spanien die Feinschmecker in seinen Bann gezogen. Seit Jänner 2019 kocht er irgendwo im nirgendwo - am Gaberl. Dass es ihn einmal an diesen abgeschiedenen Fleck in der Steiermark verschlagen würde, hätte er niemals für möglich gehalten. Doch die Rauchkuchl und die Möglichkeit sich noch einmal neu zu erfinden haben Christian Schuster und seine Lebensgefährtin dazu gebracht den Gasthof Stüblergut samt Rauchkuchl aus dem 13. Jahrhundert zu pachten. Sie haben das Haus und die Region in den vergangenen Jahren lieben gelernt - bis jetzt. Denn eine schicksalhafte Entscheidung verändert für die beiden alles. 

Ein Waffenrad kommt selten allein 

"Es ist eventuell ein bisschen eskaliert", lacht Gernot Marcher. Und musste sogar vor kurzem umziehen. Aber nicht, weil ihm seine alte Wohnung nicht mehr gefallen hat, auch nicht, weil der Mietvertrag ausgelaufen ist, sondern weil seine 35 Waffenräder nicht mehr in der Wohnung Platz hatten. Den alten Bauernhof hat er umgebaut. Am Dachboden baut er gerade einen Ausstellungsraum für seine Waffenräder, im Stadl repariert er seine Räder - mit altem Werkzeug, weil mit dem modernen Werkzeug funktioniert die Reparatur von Waffenrädern meist gar nicht. Er organisiert seit einigen Jahren sogar das Murtaler Waffenrad-Treffen, wo über 100 Waffenrad-Freunde zusammen durchs Murtal radeln. Eigentlich hat er Tischler gelernt. Jetzt ist er Lokführer bei der ÖBB. Knittelfeld war früher DIE Eisenbahnerstadt. Ein Dreh und Angelpunkt für den Zugverkehr in Österreich. Und obwohl er beruflich mit dem Zug schnell voran kommt, setzt er privat auf seine Räder.